Montag, 16. Juli 2012

Rezension: Blutrote Lilien - Kathleen Weise

  So es wird Zeit für unsere ersten Rezensionen... :)





Titel: Blutrote Lilien
Autor: Kathleen Weise 
ISBN: 3522502183 
Seiten: 336
 Verlag: Planet Girl 
 Preis: 14, 90 Euro
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Inhalt:
Frankreich 1609: Die 15-jährige Charlotte de Montmorency zieht vom Chantilly ihrer reichen und einflussreichen Familie nach Paris an den königlichen Hof und soll dort mit dem  Marquis de Bassompierre verheiratet werden. Charlotte ist zuerst ganz begeistert von Paris und ihrem Verlobten. Er ist gutaussehend, charmant und kann laut seinen Liebesbriefen nur noch an sie denken.
Doch als sie dann kurz nach ihrer Ankunft ihren Verlobten mit einer anderen im Bett erwischt, wird sie zum Hauptthema des Getuschels am Königshof. Dies könnte sie noch leichter ertragen, wenn nicht jeder die Schuld nur bei ihr sehen würde. Es ist unschicklich, dass sie ihn unangemeldet allein besuchen wollte, doch dass er mit anderen Frauen schläft scheint niemanden außer ihr zu stören. Die Einzige, die noch zu ihr hält, ist ihre Mitschülerin Sophie. Doch auch diese Freundschaft ist nicht gern gesehen, weil Sophies Familie der falschen Religion angehört.
So muss Charlotte feststellen, dass das Leben im Louvre weitaus weniger berauschend ist, als sie es sich immer ausgemalt hat. Es gleicht einem  Mienenfeld aus Lügen, Intrigen und Machtkampf.  Und mit ihrer unbeschwerten und manchmal impulsiven Art macht sie sich nicht nur Freunde unter den adeligen Hofbewohnern.
Ihr einziger Trost sind ihr Jagdfalke Mars, sowie der Schatten im Fenster gegenüber, welcher sich als Prinz Condé herausstellt. Doch dumm nur, dass ihr auch der Prinz unfreundlich und herablassend begegnet…

Cover und Aufmachung:
Der Schutzumschlag ist mit verschiedenem Blätterwerk und Ranken, sowie auch einigen Blutstropfen verziert. Es entsteht ein stimmiger Gesamteindruck welcher zur Geschichte passt. Auch im Buch ist jede Seitenzahl ist mit einem Blattornament versehen und jedes neue Kapitel wird durch einen Vogeldruck eingeleitet. Schon alleine das peppt das Buch in Sachen Gestaltung ziemlich auf. Das Highlight jedoch ist ein Brief in Pergamentoptik, welcher sogar durch ein Siegel verschlossen wird. Der Inhalt des Briefes wird erst durch die Geschichte verständlich, aber das schadet nicht im Geringsten. Es ist eine schöne Idee, die ich gerne wohlwollend erwähne. 

Meine Meinung:
Mit „Blutrote Lilien“ ist der Autorin ein sehr schöner historischer Jugendroman gelungen. Der Fakt, dass die Geschichte in einem wahren Kontext spielt und sich dabei auf reale Personen und Hintergründe stützt macht dies noch deutlicher und verleiht noch mehr Glaubwürdigkeit.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, das Buch lässt sich trotz manch französischer Wörter schnell lesen. Auch der teils amüsante Erzählstil der Ich-Erzählerin hat die richtige Mischung. Er wirkt locker und erzeugt manchmal ein Schmunzeln, aber passt durchaus zu der Zeit und wirkt nicht aufgesetzt oder zu modern.
Charlotte ist zu Beginn ein naives Mädchen, welches mit den Anforderungen am Hof nicht wirklich gut zurecht kommt, doch im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich trotz aller Widrigkeiten zu einer starken Persönlichkeit, welche ihre eigene Meinung vertritt. Ihre Gefühle und Handlungen sind sehr authentisch und wecken die Sympathien des Lesers.
Aber auch einige Nebencharaktere sind gut gelungen. So vor allem Angoulevent, der König der Spielleute und Diener des Prinzen Condé. Er schafft es mit seiner besonderen Art in den verschiedensten Situationen Charlotte aufzuheitern und auch den Leser zu beeindrucken.
Zunächst ist die Handlung noch ziemlich vorhersehbar, je weiter die Geschichte aber voranschreitet bessert sich dies etwas. Die Liebesgeschichte ist unterschwellig präsent, spielt aber eher nur eine Nebenrolle, was dem Buch aber auch überhaupt nicht schadet.
Die Altersempfehlung für Jugendliche von 13 – 16 Jahre ist gut gewählt, jedoch ist die Geschichte auch für Junggebliebene Erwachsene durchaus reizvoll.
Doch nun muss ich leider auch noch etwas bemängeln. Nachdem sich die Autorin auch öfters Zeit für eine anschauliche Beschreibung der Nebensächlichkeiten (z. B. Der Kleider) genommen hat, überraschen die letzten 50 Seiten nur noch. Es geschieht so viel gleichzeitig und nichts wird wirklich ausführlich erklärt. Das Ende selbst kommt einfach viel zu abrupt und ist unvollständig. Zuerst war ich der Meinung, dass es wohl eine Fortsetzung geben soll und deshalb das Ende so viele Fragen offen lässt. In diesem Fall hätte ich gut mit diesem (zwischenzeitlichen) Ende leben können, doch da es anscheinend keinen weiteren Band geben soll, finde ich dieses Ende nicht sehr zufriedenstellend. Es gibt zwar zumindest ein kleines Happy End, aber es bleiben einfach viel mehr Fragen offen, als wie beantwortet werden. Im Laufe der Handlung wurden so viele Fragen aufgeworfen, auf welche der Leser dann (leider) einfach keine Antworten bekommt…

Fazit:
„Blutrote Lilien“ ist ein sehr gut gelungener historischer Jugendroman, der durchaus auch für junggebliebene Erwachsene einen Reiz bietet. Die Autorin erzählt eine glaubwürdige Geschichte von Lügen, Intrigen, Macht aber auch von wahrer Freundschaft und Liebe. Leider hat das Buch durch das unbefriedigende Ende den Sprung zum Perfekten Buch nicht geschafft, so vergebe ich aber immer noch 4 gute Buchherzen und kann es als Leselektüre nur empfehlen.  


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