Sonntag, 15. Juli 2018

*Hörbuchrezension* Die Tyrannei des Schmetterlings - Frank Schätzing


Titel: Die Tyrannei des Schmetterlings
Autor: Frank Schätzing
Sprecher: Sascha Rotermund
ISBN: 978-3844531084
Laufzeit: 22 h 22 m (2 mp3-Cds)
Seitenanzahl der Printausgabe: 736
Verlag: der Hörverlag
Ersterscheinung: 30. April 2018
Preis: 26,00 €  ungekürzt





Kurzbeschreibung
Kalifornien, County Sierra, Goldgräberprovinz: Sheriff Luther Opoku hat mit Kleindelikten und illegalem Drogenanbau zu kämpfen. 300 Meilen westlich davon, im Silicon Valley, wetteifern IT-Visionäre um die Erschaffung des ersten ultraintelligenten Computers mit dem Ziel, die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Als eine Biologin in Sierra unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, muss Luther erkennen, dass sein verschlafenes Naturidyll längst Testgelände eigenwilliger Experimente geworden ist. Bald beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln. Tote werden lebendig, die Zeit gerät aus den Fugen ... der Anfang einer Odyssee über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus.

Meinung
Irgendwie haben mich die Aufmachung und die Kurzbeschreibung sofort angesprochen. Ich war neugierig, welche Geheimnisse dieser Roman zu bieten hat und habe schon mit einer recht komplexen Geschichte gerechnet. Dass sie jedoch so verworren und detailliert wird, hatte ich nicht erwartet. 

Dabei war der Einstieg ins Hörbuch noch ganz gut. Die unterschiedlichen Figuren wurden vorgestellt und man hat eben einen ersten Einblick in die Gegebenheiten bekommen.

Doch schon kurz nach dem Einstieg habe ich mich schwer getan, dem Gesprochenen wirklich noch zu folgen. Für mich war alles recht verwirrend und ich musste mich wirklich sehr konzentrieren, um überhaupt irgendwas von der Handlung zu verstehen.

Man merkt, dass der Autor für dieses Buch wirklich viel recherchiert hat und das Thema künstliche Intelligenz ist vom Prinzip her auch wirklich interessant und man hat auch ein paar neue und interessante Infos dazu erhalten. Jedoch hat der Autor es so ausführlich und vor allem viel zu wissenschaftlich dargelegt, sodass ich es zumeist nicht verstanden und mich dadurch manche Szenen auch einfach genervt haben.

Ich will gar nicht sagen, dass es keine Spannung gegeben hat. Denn diese war zwischendurch eigentlich echt ganz gut erkennbar und ab und an habe ich mich auch wirklich unterhalten gefühlt, jedoch ist sie durch die extrem ausführlichen Beschreibungen und Formulierungen einfach eliminiert worden. 

Leider hab ich zumeist auch keinen wirklichen Bezug zu den Figuren herstellen können, da sie sehr unnahbar geblieben sind. Der Autor ist auf einzelne nicht so wirklich eingegangen, sondern es ging eher ums große Ganze.

Dabei hat sich der Sprecher wirklich sehr bemüht die Figuren greifbar zu machen, in dem er durch verschiedene Stimmlagen und Betonungen jedem Charakter Leben und doch etwas greifbares eingehaucht hat. Und diese Aufgabe hat er sehr gut gemacht. Er konnte mich mit seiner Stimme auch immer wieder bei der Handlung halten.

Auch die Umgebungsbeschreibungen fand ich eigentlich ganz gut. Trotz der verworrenen Handlung konnte ich mir die Gegebenheiten sehr gut vorstellen und hatte auch immer ein passendes Bild dazu.

Fazit
Von der Idee her wirklich interessant, aber in der Umsetzung einfach zu viel des Ganzen. Die Beschreibungen sind viel zu komplex und zu detailliert, sodass die Handlungsentwicklung und vor allem die Spannung oft auf der Strecke bleiben und es beim Hören zumeist einfach anstrengend, statt unterhaltsam ist. Gerettet wurde die Geschichte noch etwas durch den guten Sprecher und die vorhandenen guten Ansätzen, weshalb ich doch noch ganz, ganz knappe 3 Buchherzen vergebe.
Vielen Dank an den Hörverlag für die Bereitstellung dieses Exemplares.


Infos zum Autor und zum Sprecher: (Quelle randomhouse.de)
Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, Mitbegründer der Kölner Werbeagentur Intevi, Musiker und Musikproduzent, debütierte 1995 mit dem historischen Roman "Tod und Teufel", der schnell vom Geheimtipp zum Bestseller wurde. Nach einer Reihe von Krimis und Kurzgeschichten folgte 2000 – von der Presse hochgelobt – der Politthriller "Lautlos". "Der Schwarm", Schätzings fünfter Roman, erreichte wenige Tage nach Erscheinen Spitzenplatzierungen in den Bestsellerlisten, wurde u. a. nach England, in die USA, Spanien, Italien, Brasilien und Russland verkauft. 2009 erschien "Limit", 2014 "Breaking News". Frank Schätzing, 2004 mit der CORINE und 2005 mit dem Deutschen Sience-Fiction-Preis ausgezeichnet, lebt und arbeitet in Köln.
 
Sascha Rotermund, Jahrgang 1974, studierte Schauspiel in Hannover. Es folgten zahlreiche Theaterengagements, u. a. an den Hamburger Kammerspielen und am Schlosspark Theater Berlin. Er zählt außerdem zu den gefragtesten deutschen Synchronsprechern und Hörbuchinterpreten und leiht seine Stimme z. B. Benedict Cumberbatch ("Star Trek – Into Darkness"), Jon Hamm ("Mad Men") und Omar Sy ("Ziemlich beste Freunde"). Für den Hörverlag las er "Die 27ste Stadt", "Die Korrekturen" und "Unschuld" von Jonathan Franzen, "Extinction" von Kazuaki Takano, "Das Buch der Spiegel" von E.O. Chirovici sowie "Tränenbringer" von Veit Etzold.



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4 Kommentare:

  1. Hallo :)


    ich habe das Buch mir gekauft und bin echt gespannt habe aber leider schon einiges negatives gehört. Das Hörbuch dazu werde ich mir aber auch mal anschauen :)

    Liebe Grüße

    Mella

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    1. Halle Mella,

      na, ich hoffe echt, dass dir das Buch doch ein bisschen besser gefällt :)

      Liebe Grüße,
      Steffi

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  2. Bei dicken Wälzern neige ich ja doch oft dazu, mir das Hörbuch zu kaufen, weil man da eben keinen schweren Klotz mit sich herumschleppen muss. Hier hatte ich dann doch die Printversion und ich glaube, das war auch ganz gut so. Nachdem ich es gelesen habe, kann ich mir nämlich gut vorstellen, dass ich ähnliche Probleme gehabt hätte wie Du, mich von der Geschichte einfangen zu lassen, wenn sie mir einer vorliest. Beim Print habe ich tatsächlich selbst immer mal das Lesetempo verändert (und auch mal Dinge nur überflogen, wenn sie mir zu ausführlich waren) oder Passagen ganz langsam und mit viel Nachdenken zwischendurch gelesen. Diese Freiheit hat man beim Hörbuch nicht ganz so gut.

    Wie Du auch schreibst, geht es dem Autor uns große Ganze und die einzelnen Personen stehen nicht wirklich im Mittelpunkt. Das erschwert die Hörversion vielleicht noch zusätzlich.

    Immerhin finde ich drei Herzen noch eine ordentliche und auch nachvollziehbare Bewertung für das Hörbuch.

    LG Gabi

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    1. Hallo Gabi,

      mh, ja, kann sein, dass es als Hörbuch noch schwerer war, aber zumindest war der Spreche ja echt gut.

      Freut mich, dass du Heikes Bewertung nachvollziehen kannst :)
      Ich werde mich nicht an das Hörbuch dran wagen ;)

      Liebe Grüße,
      Steffi

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