Donnerstag, 11. Oktober 2012

Gastrezension: Der den Himmel lenkt - Dorothea Morgenroth





Titel: Der den Himmel lenkt
Autorin: Dorothea Morgenroth
Seiten: 320
Verlag: Gerth Medien
  Preis: 9, 99 Euro
Ersterscheinung: März 2010






Inhalt:
Im Jahr 1801 sehen sich die beiden Kinder Julius und Eleonore, aufgrund eines Umzugs von Eleonores Familie das letzte Mal. Trotz des schmerzlichen Abschieds wollen sie einander nie  vergessen. 17 Jahre später lebt Eleonore alleine mit ihrer unehelichen Tochter Sophie in sehr ärmlichen Verhältnissen. Da Eleonore schwer krank ist, bittet sie den Werftbesitzer Johan Kjeldsen Sophie in seine Obhut zu nehmen und stirbt kurz darauf. Bei Johan Kjeldsen hat Sophie ein gutes Leben. Doch trotzdem merkt sie bald, dass sie als Waisenkind nicht zum selben Stand gehört. Ein bisschen Trost erhält sie durch einen Brief ihrer Mutter, in dem sie Umstände ihrer Kindheit erfährt und der ein großes Vertrauen in Gott übermittelt. Auch Julius Geschichte wird im Roman erzählt und auch er hatte es nicht immer leicht im Leben….

Meinung:
Dorothea Morgenroth beschreibt in „Der den Himmel lenkt“ eine emotionale Geschichte mit mehreren Handlungssträngen, die im Laufe des Romans zusammen geführt werden. So erhält man Einblick in Eleonores und später Sophies Schicksal, sowie auch in Julius Lebensweg. Die Autorin lässt ihre Charaktere dabei viele schwere Situationen erleben und beschreibt diese dann so ergreifend und realistisch, dass der Leser mit den Figuren mitleidet.

Die Aufteilung in mehrere Handlungsstränge ist klar strukturiert und logisch aufgebaut und sorgt für einen Großteil der Spannung in der Geschichte.

Ich muss hierbei erwähnen, dass es sich bei „Der den Himmel lenkt“ um einen Roman aus einem christlichen Verlag handelt und dementsprechend spielt Gott und der Glaube an ihn auch eine große Rolle. Die Charaktere finden einer nach dem anderen zum Glauben und werden mithilfe von Gottes Führung durchs Leben geleitet.  Man kann sich damit arrangieren, indem man weiß, dass der Glaube zur damaligen Zeit noch eine größere Rolle im Leben der Menschen gespielt hat, aber dennoch war es mir dann am Ende etwas zu viel des Guten. Ich würde jetzt aufgrund dessen keinem von dem Buch abraten, da es wirklich sehr gefühlvoll geschrieben ist und mir ein paar schöne Lesestunden verschafft hat, jedoch sollte man sich vorher darüber im Klaren sein. :)

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und vor allem zu Beginn sehr ergreifend. Der Roman lässt sich leicht und zumeist flüssig lesen. Die Autorin beschreibt authentisch das Leben zur damaligen Zeit und vermittelt auch einige (teilweise) interessante geschichtliche und politische Informationen, welche mir persönlich aber manchmal etwas zu viel erschienen, was daran liegt, dass mich so etwas zumeist eher weniger interessiert.

Die Charaktere sind gut erarbeitet und wirken sympathisch und glaubwürdig. Der Leser erlebt ihre Entwicklung im Laufe des Romans mit und kann sich gut in sie hineinversetzen. Leider verlieren sie durch ihr „blindes“ Vertrauen in Gott und seine Lenkung etwas von ihrem Entwicklungspotential, da sie wichtige Entscheidungen einfach in Gottes Hände legen, anstatt sich selbst mit ihnen auseinander zu setzten.

Dass das Lied „Befiehl du deine Wege“ im ganzen Roman eine konstante und wichtige Rolle spielt und auch nach jedem Teil um weitere Zeilen ergänzt wird hat mir ganz gut gefallen. Aus diesem Lied hat sich auch der Buchtitel abgeleitet, da dies eine Zeile daraus ist.

Fazit:
Ein emotionales Buch, welches den Leser gekonnt in eine realistische Geschichte aus dem 19. Jahrhundert entführt. Ich befürchte, dass der hohe religiöse Anteil auch für andere nicht so gläubige Menschen etwas auffällig ist, jedoch sollte man sich dadurch nicht abschrecken lassen. Ich habe die Geschichte trotz der Kritikpunkte sehr gerne gelesen und vergebe gute 3,5 Buchherzen.

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