Dienstag, 9. April 2013

Rezension: Schulsachen: Elfriedes erster Fall - Veronika Aydin und Kerstin Klamroth

 Titel: Schulsachen: Elfriedes erster Fall
Autorinnen: Veronika Aydin und Kerstin Klamroth 
Seiten: 216
Verlag: Sutton
Preis: 12, 00 
Ersterscheinung: 01. 03. 2013
Reihe: Teil 1 von ?






Inhalt:
Elfriede Schmittkes Leben ist im Moment alles andere als einfach. Ihr Ehemann hat sie betrogen und nun lebt sie zusammen mit ihrem pubertierenden Sohn in einer kleinen und eher schäbigen Wohnung. Damit Geld ins Haus kommt bietet die ehemalige Polizistin ihre etwas einstaubten Dienste als Privatdetektiven an.
Als auf dem Gelände eines renommierten Gymnasiums die Leiche eines Schülers entdeckt wird, bekommt Elfriede ihre Chance. Der Vater des Opfers ist mit den Ermittlungen der Polizei unzufrieden und angergiert, mit Vorbehalten, die vollschlanke und chaotische Ermittlerin.
Elfriede setzt alles daran sich zu beweisen und stöbert hartnäckig hinter den Kulissen des Schulalltags. Und dabei stößt sie auf viele Geheimnisse, Mobbing und Gewalt.

Meinung:
Die beiden Autorinnen erschaffen mit Elfriede eine besonders authentische Protagonistin,  denn sie wirkt mitsamt ihren kleineren Macken und Problemchen einfach echt, so dass man sich als Leser leicht mit ihr und der Situation identifizieren kann. Denn Elfriede hat privat mit vielen alltäglichen Angelegenheiten zu kämpfen, wie z. B. dass sie etwas zu viel auf den Hüften hat, dass sie von ihrem Mann betrogen wurde und sie deshalb nun nach 15 Jahren als Hausfrau wieder auf eigenen Füßen stehen muss, dabei das Geld extrem knapp ist und ihr hochpubertärer Sohn ihr auch noch das Leben schwer macht. 

Solch eine Protagonistin ist in einem Krimi ziemlich selten, denn zumeist sind die Ermittler ja hochprofessionell. Aber Elfriede ist auch noch ziemlich chaotisch und lockert die düsteren Situationen auch oft mit weisen und lustigen Sprüchen auf. Unterstützt wird dieses Auflockern durch den Nebencharakter der Tante Inge. Mit ihr hat das Autorenduo eine liebenswürdige, aber leicht schrullige und etwas aufdringliche Figur erschaffen, welche perfekt in die Geschichte passt. Da es im Roman nicht nur um die Ermittlungen, sondern auch sehr viel um das chaotische Privatleben von Elfriede geht, entwickelt das Buch seinen ganz eigenen Charme.

Der Schreibstil der Autorinnen ist flüssig und ansprechend, wenn auch eher einfach. Es ist anzumerken, dass sich Veronika Aydin und Kerstin Klamroth perfekt ergänzen und man keine Unterschiede merkt.
Als Kritikpunkt könnte man anmerken, dass die Geschichte und auch die Charaktere teilweise doch etwas viele Klischees bedienen,  jedoch geschieht dies auf so eine sympathische Art und Weise, dass dies gar nicht wirklich störend ist. 

Außerdem ist der Plott zumeist ziemlich spannend, da man bis zum Schluss nicht genau weiß, wer nun wirklich der Mörder ist und wie die ganzen Einzelindizien zusammenhängen. Als Leser kann man selbst auch wunderbar mit raten und kombinieren.

Fazit:
Ein Krimi mit einer auffallend authentischen Protagonistin und einem ganz eigenen Charme, der nicht wirklich anspruchsvoll ist, sich aber gut für Zwischendurch eignet und einige kurzweilige Lesestunden verschafft.  3,5 von 5 Buchherzen.




 Ich danke dem Sutton-Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.


Infos zu den Autorinnen (Quelle: Amazon):
Veronika Aydin, geb. 1961, war während langer Auslandsaufenthalte als Lehrerin tätig. Seit 2003 veröffentlicht sie in Anthologien wie »Mörderisches Wiesbaden« und Literaturzeitschriften. Sie gewann den Kulturpreis für den Kreis Kleve (Literatur) und den »Bronzenen Revolver«. Kerstin Klamroth, geb. 1955, war nach dem Studium als Feuilletonredakteurin einer Tageszeitung für die Krimi-Spalte zuständig. Sie arbeitet heute als freie Publizistin für Magazine wie »Chrismon«, Dozentin für journalistisches und kreatives Schreiben sowie Autorin von Sachbüchern und Belletristik.

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