Samstag, 16. Februar 2013

Rezension: Die Bücherdiebin - Markus Zusak



Titel: Die Bücherdiebin
Autor: Markus Zusak
Seiten: 586
Verlag: Blanvalet
 Preis: TB: 9, 95 Euro
Ersterscheinung: 07. 09. 2009
Reihe: Nein






Inhalt:
Die junge Liesel Meminger lebt zur Zeit des Nationalsozialmus.  Und auch wenn sie keine Jüdin ist, erlebt sie diese Zeit doch als sehr bewegend und schmerzhaft. Sie verliert schon im Alter von neun Jahren ihren Bruder an den Tod und auch ihre Mutter wird sie nicht wieder sehen. Sie kommt nach Molching bei München zu ihren neuen Pflegeeltern, Hans und Rosa Hubermann.  Auf dem Weg dorthin stiehlt sie ihr erstes Buch und trotz der schwierigen Umstände bricht für Liesel auch eine Zeit der Hoffnung und des Glücks an. Mit ihrer besonderen Art nimmt sie alle für sich ein. Den Nachbarsjungen Rudi, ihre Pflegeeltern, den versteckten Juden Max und auch den Tod.  Doch Hitler und seine Machenschaften rütteln immer mehr an diesem Glück… Der Tod ist berührt von Liesels Leben und erzählt ihre Geschichte….

Meinung:
"Die Bücherdiebin" wurde mir schon mehrmals empfohlen, doch bisher hatte ich mich nicht so richtig dran getraut, da ich Bücher mit Geschichten aus den dunklen und schrecklichen NS-Jahren eigentlich nicht so gerne lese.  Jedoch ist dieses Buch irgendwie anders.

Dies beginnt schon mit der Tatsache, dass die Geschichte vom Tod erzählt wird. Auch der Schreibstil ist außergewöhnlich. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob ich ihn toll finde, aber auf jeden Fall sticht er heraus und trägt dazu bei, dass das Buch zu etwas Besonderem wird. Die Sätze sind oft sehr kurz gehalten, erinnern manchmal eher an Aufzählungen, sind oft sehr direkt und nüchtern formuliert und beschreiben oft Ereignisse schon bevor sie passieren, so dass der eigentlichen Handlung vorgegriffen wird. 

Doch nicht nur diese Punkte tragen zu der Besonderheit des Buches bei, sondern auch die Kunst des Autors  einzelne Momente bedeutend und fesselnd darzustellen. Der Leser wird Zeuge wie Liesel und ihre Freunde das Leben in der NS- Zeit meistern, welche hohe Bedeutung damals Kleinigkeiten hatten und fühlt diese Freude darüber  zusammen mit den Figuren. Eine Szene, welche mich total beeindruckt und berührt hat, war: als der versteckte Jude Max sich bei einem Bombenalarm  aus seinem Keller schleicht um den Sternenhimmel zu sehen.  Das Hochgefühl, das er bei dieser, für uns alltäglichen, Geste empfindet ist einfach überwältigend. 

Liesels Geschichte entwickelt sich dabei frei und eigenständig und ist zumindest ¾ des Buches nicht von den Machenschaften der NS überschattet. Zwar werden immer wieder Details davon eingestreut, wodurch die düstere Grundstimmung im Hintergrund stets präsent ist, jedoch konzentriert sich der Autor mehr auf Liesel und ihre kleinen Freuden und Errungenschaften. Sie lernt mühsam das Lesen und ist fasziniert von ihren Büchern, weswegen sie auch immer mehr davon „stiehlt“. Sie empfindet so viel Freude, die sie mit dem Leser teilt und wodurch die ganzen schlimmen Entwicklungen eher noch in den Hintergrund rücken.  

Auch die anderen Charaktere der Geschichte sind besonders. So etwa Hans Hubermann, der Liesel abgöttisch liebt und alles für sie tun würde, lang gegebene Versprechen hält und gegen die Nazi-Regeln verstößt, indem er öffentlich einem Juden Brot gibt und einen anderen Juden zusammen mit Rosa in seinem Keller versteckt.  Oder auch Rosa, die trotz ihrer barschen Art und ihren ständigen Schimpfwörtern tief in ihrem Innersten ein Herzensguter Mensch ist und bereitwillig das Wenige, das ihnen bleibt mit dem Juden Max teilt. Und so geht es weiter. Die Charaktere sind alle einzigartig, glaubwürdig und einfach faszinierend. 

Ich könnte hier noch ewig weiter schreiben, doch das würde den Rahmen sprengen, weswegen ich es nun einfach lasse.

Fazit:
Ein Roman, der hervorsticht und selbst mich, die eigentlich solche Bücher nicht gerne liest, irgendwie beeindrucken konnte. Dies liegt an einer besonderen Mischung, welche sich aus der dramatischen Geschichte, den brillanten Charakteren, dem einzigartigem Schreibstil, sowie der Kunst des Autors die kleinen, aber besonderen Momente gefangen zu nehmen zusammensetzt und dadurch etwas überwältigendes erschafft.

Auch wenn das Buch eigentlich überhaupt nicht meinen bevorzugten Lesebereich fällt und ich es so bald nicht nochmal lesen werde, würde ich es dennoch empfehlen, da ich finde, das man es auf jeden Fall einmal gelesen haben sollte. 5 von 5 Buchherzen.

Infos zum Autor: (Quelle: Amazon)
Als Teenager las Markus Zusak am liebsten Hemingway und schwärmte für den Film"What's Eating Gilbert Grape", der auf einem Roman von Peter Hedges basiert. Seine Mutter erzählte oft, wie sie als Kind das Bombardement auf München erlebt hatte und mitansehen musste, wie man jüdische Menschen ins KZ Dachau trieb. Daraus entstand bei Markus Zusak, geboren 1975, das dringende Bedürfnis zu schreiben. Mit 16 begann er damit. Mittlerweile gehört Zusak zu den renommiertesten Jugendbuchautoren der Welt. Seine Bücher "Der Joker" und "Die Bücherdiebin" sind preisgekrönte Bestseller, die nicht nur junge Leute berühren. Privat spielt der Familienvater Fußball, liebt Filme und nutzt seinen Wohnort Sydney auch als Möglichkeit zum Surfen (im Meer) - um ab und an dem Schreibtisch zu entfliehen.

Kommentare:

  1. Hallo Steffi,

    schön, dass jetzt auch mal etwas ältere Bücher eine Chance bekommen.

    LG..Karin..

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    1. Huhu Karin,
      wir haben ja noch viele alte Bücher im Regal stehen, aber kommen einfach viel zu selten dazu eines davon zu lesen. ;)

      lg, Steffi

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  2. "Die Bücherdiebin" hat mir auch richtig gut gefallen ;) Es ist einfach eine tolle Mischung aus schönem Schreibstil, tollen Charakteren und einer berührenden Geschichte *.*

    LG Filo

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