Samstag, 22. Dezember 2012

Rezension: Isola - Isabel Abedi




Titel: Isola
Autorin: Isabel Abedi
Seiten: 324
Verlag: Arena 
Preis: 9, 99 Euro
Ersterscheinung: TB: 01. 01. 2010
Reihe: Nein 

 



 
Inhalt:
12 Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren werden ausgewählt, um für drei Wochen an einem Filmprojekt auf einer unbewohnten Insel an der Küste vor Rio de Janeiro teilzunehmen.  Allein, ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne Drehbuchvorgaben, aber in ständiger Kameraüberwachung sollen die Jugendlichen die Zeit auf der Insel verbringen.  Doch kurz nachdem die Teilnehmer auf der Insel ankommen, erfahren sie von einer Planänderung. Sie sollen ein Spiel spielen: Durch das Ziehen verdeckter Karten wird einer der Jugendlichen zum Mörder bestimmt. Dessen Aufgabe ist es, einen nach dem anderen unbemerkt am Handgelenk zu fassen und in ein geheimes Versteck zu bringen.  Gelingt dies, ist das Opfer ausgeschieden und muss die Insel verlassen. Das Spiel weckt Unmut und Misstrauen unter den Jugendlichen, doch sie versuchen sich damit zu arrangieren. Als jedoch ein echter Mord geschieht, wird das Spiel zum bitteren Ernst...

Meinung:
Erzählt wird die Geschichte als Nacherzählung aus der Sicht der 17 jährigen Vera. Sie ist eine der 12 Jugendlichen und hat ihre ganz eigenen Gründe an diesem Projekt teilzunehmen. Diese Gründe erfährt der Leser nur bruchstückhaft, wodurch die Autorin einen ersten Spannungsbogen aufbaut. Doch trotzdem rollt der Anfang der Geschichte noch eher langsam, leise und etwas schleppend dahin.  Daran ändert auch zuerst der kleinere Nebenhandlungsstrang nicht viel.  In kurzen kursivgedruckten Abschnitten bekommt der Leser Einblick in die Gedanken eines Unbekannten. So benötigt Fr. Abedi doch ein paar Seiten, bis sie ihre ganzen Köder ausgelegt hat und die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt. Doch spätestens als die Teilnehmer von dem unfreiwilligem Spiel erfahren, nimmt die Handlung stetig an Spannung zu, schon allein, da das ständige Rätselraten um den Mörder beginnt. 

Vera ist eine ziemlich ruhige und verschlossene Protagonistin. Sie verhält sich eher zurückhaltend und gibt nur langsam Informationen über sich Preis. Dennoch wirkt sie dabei nicht unsympathisch. Die meisten anderen Charaktere erscheinen zumeist etwas klischeehaft und stereotyp. Jedoch hätte ich manche gerne etwas genauer kennen gelernt.  Der interessanteste Teilnehmer war natürlich ganz klar Solo. Er ist geheimnisvoll, irgendwie cool, aber auch verletzlich und einfach besonders. Vera fühlt sich gleich zu ihm hingezogen und es entwickelt sich eine eher ruhige und unaufdringliche Liebesgeschichte.

Durch den unglaublich tollen Schreibstil von Isabel Abedi fühlt sich der Leser mitten in der Geschichte. Man sieht die Insel vor seinem geistigen Auge und wird von der fesselnden Atmosphäre vollkommen gefangen genommen.  Es ist ein Buch voller Unterschiede in dem sehr viele verschiedene Stimmungen erlebt und beschrieben werden. So wird der Leser Zeuge von Freude, Unbeschwertheit und Liebe,  aber auch von Angst, Misstrauen und Verzweiflung.  Und dabei beschreibt Frau Abedi dies alles lebensnah und authentisch.

Aber wirklich beeindruckt hat mich das Ende der Geschichte. Das letzte Drittel ist so spannungsgeladen und überrascht den Leser ständig mit unvorhergesehenen Wendungen, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Ich war einfach gefesselt, nach jeder Wendung total geschockt und musste einfach Wissen wie es weiter geht.  So werden am Ende Gott sei Dank auch alle offenen Fragen zufriedenstellend beantwortet. 

Fazit:
Ein wirklich gelungenes Jugendbuch, das nach einem etwas langsamen Beginn richtig Fahrt aufnimmt und den Leser nicht mehr los lässt. Es erhält sehr gute 4 von 5 Buchherzen und eine klare Leseempfehlung.

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