Freitag, 12. September 2014

Rezension: Grischa 2: Eisige Wellen - Leigh Bardugo



Titel: Grischa - Eisige Wellen
Autorin: Leigh Bardugo
Seiten: 384
Verlag: Carlsen
 Preis: 18, 90 €
Ersterscheinung: 25. 07. 13
  Reihe: Teil 2 von 3








Kurzbeschreibung:
Nur weg aus Rawka – das ist Alinas und Maljens einziger Gedanke nach dem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen. Doch selbst an ihrem Zufluchtsort jenseits der Wahren See erreichen sie die Gerüchte: Der Dunkle habe das Gefecht auf der Schattenflur überlebt und strebe nach dem Zarenthron. Und er wird nicht ruhen, bis er Alina gefunden hat. Denn um seine Macht ins Unermessliche zu vergrößern, braucht er ihre Hilfe – ob freiwillig oder nicht.

Meinung:
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich den ersten Teil dieser Reihe gelesen habe und dementsprechend präsent waren mir auch noch die wichtigsten Charaktere und Vorgänge. So haben mich die fremdartigen Begriffe nicht mehr wirklich im Lesefluss gestört, sondern ich habe mich ziemlich bald wieder damit zurechtgefunden. Am Ende vom ersten Teil hatte ich mir noch ein paar Erklärungen zu den Grischa und ihren Strukturen erhofft gehabt, doch die bekommt man auch dieses Mal nicht so geballt, wie ich es mir vielleicht im vornherein gewünscht hätte.  Dennoch war das gar nicht schlimm, da sich die Geschichte anfangs wirklich rasant weiterentwickelt und man von großer Spannung gefangen genommen wird. Außerdem spielen die Grischa selbst dieses Mal nicht die alleinige Hauptrolle, sondern es geht um so viel mehr. Mehr aus Rakwa, mehr zu den Strukturen dieser Welt, mehr geheimnisvolle Wesen und politische Intrigen. Es wirkt einfach alles ein bisschen ausgewogener und stimmiger. 

Doch nachdem im ersten Drittel der Geschichte die abenteuerlichen Kämpfe erstmal abgehandelt sind und man beginnt für die große Schlacht zu planen, wird der Mittelteil sehr viel ruhiger und vielleicht manchmal sogar ein bisschen langwierig. Man hätte einiges davon verkürzen und das Tempo zumindest auf ein Mittelmaß bringen können. Doch bevor es dann droht wirklich langweilig zu werden, startet das Schlussdrittel  wieder sehr rasant und bringt doch auch einige Schreckmomente und unerwartete Wendungen mit sich. 

Zu den Charakteren muss man sagen, dass sie sich auf jeden Fall weiterentwickeln. Alina ist zwar zu Beginn immer noch eher eine schüchterne graue Maus, jedoch beginnt sie schnell damit, noch stärker zu werden und mehr Verantwortung zu wollen. Zu Beginn sind diese Veränderungen noch sehr sympathisch und zu befürworten. Aber je mehr sie sich mit ihrer neuen Macht auseinandersetzten muss, desto öfter muss sie Entscheidungen treffen, die sich mit ihrer Persönlichkeit nur schlecht vereinbaren lassen und so beginnt die Macht sie zu verändern - und zwar nicht zum Besseren. 

Doch auch Maljen wird greifbarer und kommt nicht so wirklich gut damit zurecht, dass er Alina, ihren Kräften und ihres Einflusses nicht gleich gestellt ist, sondern sich unterordnen muss und Alina sich immer mehr zurückzieht. Deshalb beginnt er bald sich gehen zu lassen und darunter leidet auch ihre zarte Liebesgeschichte. Dennoch sind die Probleme realistisch und nachvollziehbar dargestellt und man kann die beiden verstehen und mit ihnen leiden. 

Während im Vorgänger vor allem der Dunkle und Genja interessante Nebencharakter waren, liest mal dieses Mal von den beiden eher weniger. Dafür gibt es aber einige neue und überraschende Figuren, welche die Geschichte sehr beleben. So zum Beispiel den Freibeuter Sturmhond, der sehr undurchsichtig und wandelbar, dabei aber ziemlich sympathisch ist. Sein Charme ist wirklich besonders und er hütet nicht nur ein großes Geheimnis. Doch auch die Zwillinge Tamar und Tolja sind große Bereicherungen für die Geschichte. 

Auch der Schreibstil kann überzeugen. Er wirkt dieses Mal noch passender und erzeugt eine wunderbar greifbare Atmosphäre des Phantastischen, weshalb sich die Geschichte gut lesen lässt.

Fazit:
Eine gute Fortsetzung, die zwar im Mittelteil ein bisschen zu viel Fahrt verliert, diese dann aber am Ende wieder gut aufnimmt. Die Handlung ist stimmig, wendungsreich und spannend und auch die Charaktere entwickeln sich weiter. Ich bin auf jeden Fall auf den Abschlussband der Reihe gespannt und vergebe 4 Buchherzen.


Infos zur Autorin (Quelle Amazon): 
Leigh Bardugo wurde 1975 in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Sie studierte an der Yale University. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Make-up-Artist. Ihre Grischa-Trilogie schaffte es sofort auf die Bestsellerlisten und wurde in fünfzehn Länder verkauft.  

Infos zur Reihe (bereits komplett erschienen): 
1. Grischa - Goldene Flammen *klick zu meiner Rezension*
2. Grischa - Eisige Wellen

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