Titel: Die Stimme der Rache
Autor: Ethan Cross
Übersetzer: Dietmar Schmidt
Seiten: 480
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: ebook: 9,99 €, TB: 12,90 €
Ersterscheinung: 26. 02. 21
Reihe: Teil 2 der Ackerman & Shirazi Reihe
Kurzbeschreibung:
Ein
abgelegenes Farmhaus in Virginia. Hier versteckt die Polizei die
junge November McAllister. Sie ist das letzte Opfer des
berühmt-berüchtigten Black Rose Killers und die einzige, die ihm
bis jetzt entkommen konnte. Francis Ackerman jr. und Nadia Shirazi
persönlich sind auf dem Weg dorthin, um die junge Frau zu
beschützen. Aber der Black Rose Killer ist schneller als sie. Er
tötet die anwesenden Polizisten und entführt November ein zweites
Mal. Damit ist die Jagd offiziell eröffnet, aber es scheint, als
könne der Killer selbst Ackermans genialste Schachzüge vorhersagen
...
Meinung:
Ich bin ja erst
mit dem ersten Teil dieser neuen Reihe in das Universum von Francis
Ackerman jr. eingestiegen, aber der Vorgänger hatte mir gut
gefallen, weshalb ich wirklich auf die Fortsetzung gespannt war.
Es geht auch
gleich mitreißend los. Wir werden Zeuge davon, wie die junge
November ein zweites Mal vom Black Rose Killer entführt wird und
erleben dabei auch die Ausweglosigkeit der Situation, sodass ich
gleich an die Geschichte gefesselt war.
Und auch Nadia
und Francis werden in die Entführung involviert und kommen auch
nicht so gut davon.
Danach
geht die Jagd weiter und die Ermittler wollen alles daran setzen, den
Killer aufzuhalten. Dafür bekommen sie auch noch unliebsame
Unterstützung in Form von Senior Inspector Sebastian Knox,
der den Auftrag hat, November zurückzuholen und deshalb mit Francis
und später auch Nadia zusammenarbeitet.
Dabei ist Knox auch ein spezieller
Charakter. Anfangs unsympathisch,verbissen und total anders als
Francis, aber gerade dadurch entstehen viele unterhaltsame Dialoge
und die Mischung hat für mich gut gepasst. Vor allem auch als Knox
sich im Verlauf immer mehr entwickelt und zwischen Francis und ihm
doch eine konstruktive Partnerschaft entsteht.
Ethan Cross gibt für den Leser dieses
Mal schon recht schnell die Identität des Täters preis und
untermauert die Darstellung des völlig kranken Geistes durch viele
abstruse Situationen, die man zum Teil auch aus seiner Sicht
miterlebt. Da hatte ich die Hoffnung, dass am Ende da noch eine große
Wendung kommt, aber dem war nicht so.
Obwohl es im Mittelteil durchaus eher
unerwartet verläuft, blieben große und mitreißende Wendungen aber
doch irgendwie aus. Neu war nur, dass auch Ackerman feststellen
musste, dass er nicht unbezwingbar ist. Aber ich mochte die
Grausamkeiten des Mittelteils nicht besonders. Ich mag solche
Spielchen, wie sie da durchgeführt wurden, einfach prinzipiell
nicht. So was ist für mich einfach abartig und zu heftig in der
Vorstellung, dass es das leider auch im realen Leben gibt.
Aber zumindest hat der Autor doch einen
recht guten Weg gefunden, die Grausamkeiten zwar darzustellen,
aber nicht bis ins kleinste Detail auszuschlachten.
Das Ende ist mal wieder sehr
übertrieben, mit viel Action und auch gefährlich für unsere
Protagonisten, aber trotzdem kam für mich zu wenig handfeste
Spannung auf. Dafür war es einfach etwas zu viel des Guten und im
Kern auch irgendwie vorhersehbar. Es war zwar nett zu lesen und hat
sich durch die extrem kurzen Kapitel und den packenden Schreibstil,
garniert mit den tollen sarkastischen Aussagen von Ackerman, auch
schnell lesen lassen. Aber wirklich mitgerissen wurde ich einfach
nicht mehr und am Ende hatte ich das Gefühl, dass doch was gefehlt
hat. Auch wenn sich der Autor Mühe gegeben hat, manche Sachen noch
in eine Art Epilog zu packen, was ich schon auch gut fand.
Fazit:
Ein mitreißender
Start, aber nach und nach ist die Geschichte für mich in der
fesselnden Spannung immer mehr abgesackt, da ich einige Entwicklungen
einfach nicht mochte, auch wenn sich der Autor bemüht hat, diese
noch recht human darzustellen. Ich mochte den Schreibstil und die
Dialoge wieder sehr, musste auch oft wieder grinsen und der neue
Charakter Knox bringt eine gute Dynamik mit, aber insgesamt war ich
am Ende einfach nicht ganz zufrieden. Da hätte noch irgendwas
unvorhersehbares gefehlt. So war es gut zu lesen und durch die
speziellen Charaktere auch was besonderes, aber doch etwas schwächer
als erwartet. Insgesamt gibt es 3,5 Bucherzen dafür.
Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag und Lesejury für die Bereitstellung des Leseexemplars und die unterhaltsame Leserunde.
Infos zum Autor (Quelle: luebbe.de):
Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Thriller-Autors, der
mit seiner Frau, drei Kindern und zwei Shih Tzus in Illinois lebt. Nach
einer Zeit als Musiker nahm Ethan Cross sich vor, die Welt fiktiver
Serienkiller um ein besonderes Exemplar zu bereichern. Francis Ackerman
junior bringt seitdem zahlreiche Leser um ihren Schlaf und geistert
durch ihre Alpträume. Neben der Schriftstellerei verbringt Ethan Cross
viel Zeit damit, sich sozial zu engagieren, wobei ihm vor allem das
Thema Autismus sehr am Herzen liegt.
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2. Die Stimme der Rache