Donnerstag, 16. August 2012

Rezension: Seelen - Stephenie Meyer

 
Titel: Seelen
Autor: Stephenie Meyer
ISBN:  978-3551310361
Ausgabe: Taschenbuch 
Seiten: 862 + 44 Seiten Zusatzmaterial
 (Bonuskapitel, Interview..) 
Verlag: Carlsen
Preis: 9, 95 Euro

Leseprobe
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Inhalt:
Irgendwann in der Zukunft: Die Erde ist von außerirdischen Wesen, sogenannten Seelen fast vollständig übernommen worden. Sie werden in die Körper der Bewohner implantiert und bemächtigen sich so der Kontrolle über die Menschen. Nur vereinzelte Menschen können sich bisher noch verstecken und versuchen zu überleben. Eine von ihnen ist die 20-jährige Melanie. Als sie doch geschnappt wird, kämpft sie gegen die Seele in ihrem Körper an und versucht ihr ihre Geheimnisse vorzuenthalten und so ihren geliebten Jared und ihren Bruder Jamie zu retten. Die Seele in Melanies Körper ist Wanderer (später Wanda), sie hat schon auf vielen Planeten gelebt und scheint die richtige, um mit Melanies Widerstand fertig zu werden.  Doch Melanie ist stärker als gedacht. So wird Wanda immer mehr mit Melanies Gefühlen konfrontiert und beginnt mit der Zeit sogar, diese zu teilen. Folglich macht sie sich auf die Suche um Jared und Jamie zu finden. Als sie den Unterschlupf der Widerständler findet, muss sie aber feststellen, wie stark die Abneigung und der Hass gegenüber den Seelen ist und ein langer Kampf um Anerkennung, Vertrauen und Liebe beginnt.

Meinung:
Die Idee von Seelen hat auf jeden Fall etwas Neues und sticht damit hervor. Das Neue daran ist nicht, dass Aliens die Menschen übernehmen, sondern dass diese außerirdischen Wesen friedlich sind. Sie sind nicht in der Lage zu lügen, jemanden zu verletzen und haben auch Probleme, dies mit anzusehen. Deshalb sind sie der Ansicht, dass die Menschen auf der Erde versagt haben. Die Erdenbewohner sind ihrer Ansicht nach nur noch von Gewalt und Egoismus geprägt. Für die Seelen ist die nötige Konsequenz daraus, eine Übernahme der Menschen, um dadurch das Leben auf dem Planeten zu verbessern.

Zuerst ändert diese Tatsache nichts daran, dass der Leser eine abgrundtiefe Abneigung gegen die Seelen und ihr Tun empfindet. Jedoch  schafft es die Autorin geschickt durch ihre Darstellung der Gefühle, Ansichten und Umgangsweisen der Menschen, sowie der Seelen ein komplettes Schwarz-Weiß-Denken unmöglich zu machen. Denn oft waren die Kritikpunkte der Seelen gerechtfertigt. Natürlich will ich damit nicht sagen, dass ich es gut fände, wenn wir Menschen jetzt alle von Aliens übernommen werden würden, aber zumindest ist die strikte Verurteilung und Abneigung gegenüber der Seelen während des Lesens immer brüchiger geworden.

Denn während ich Melanies Gefühle, Gedanken und Handlungen zwar meistens nachfühlen konnte, war sie mir doch öfters auch einfach unsympathisch. Bei Wanda konnte ich zwar auch nicht immer alles nachvollziehen, aber eigentlich war sie mir am Ende doch die sympathischere von beiden.  Während ihrem Aufenthalt in der Höhle macht sie viel durch. Der Leser kann gemeinsam mit ihr erleben, wie sie langsam das Vertrauen der anderen gewinnt und sich auch selbst dabei verändert. Sie beginnt zu erahnen wie falsch das Verhalten der Seelen ist, kann aber im Gegenzug auch den Widerständlern die Brutalität ihrer Handlungen aufzeigen. Demzufolge hatte ich gegen Ende des Romans dann auch mal Tränen in den Augen.

Der Schreibstil ist vor allem sehr gefühlvoll. Zu Beginn eher die negativen und später die positiven Empfindungen werden gekonnt in der Geschichte untergebracht.  Man kann die emotionale Zerrissenheit der Charaktere, vor allem von Wanda und Melanie, gut nachvollziehen und sich in sie hineinversetzten.  Es ist doch bemerkenswert wie es der Autorin gelungen ist, die beiden, trotz des gleichen Körpers, charakterlich zu trennen. 
Es gibt neben Melanie und Wanda noch einige interessante (Neben)Charaktere, so zum Beispiel Onkel Jeb oder Doc. Ein bisschen enttäuscht war ich von Jared, ich konnte seine Haltung zwar verstehen, aber so richtig warm geworden bin ich mit ihm nicht. Wie Wanda ihn trotz seines Verhaltens ihr Gegenüber noch so bedingungslos lieben kann, fiel manchmal etwas schwer nachzuvollziehen.
Mein Lieblingscharakter ist Ian, da er doch der toleranteste der Truppe ist und trotz allem was bisher passiert ist, seinen Hass überwinden und Wanda auch als liebenswürdiges Wesen sehen kann. Seine Art ist (zumindest die meiste Zeit) einfach zum dahinschmelzen und er war mir, obwohl er nicht perfekt ist, viel lieber als Jared.

Auch wenn der Schreibstil eigentlich gut ist, muss ich doch sagen, dass sich das Buch im Mittelteil etwas sehr gezogen hat. Ich hatte mir irgendwie etwas mehr Handlung vorgestellt und bin der Meinung, dass es dabei einige Seiten weniger auch getan hätten. Jedoch nimmt das Buch zu Ende nochmal richtig Fahrt auf und belohnt das Durchhaltevermögen des Lesers mit einem spannenden und guten Ende. Das Ende lässt zwar Platz für Folgebände (was meines Wissens ja auch schon in Arbeit ist) aber es könnte durchaus auch als endgültiges Ende befriedigen.

Fazit:
Selbst wenn ich die allgemeine Begeisterung für dieses Buch nicht vollkommen nachvollziehen kann, war es durchaus lesenswert. Ich habe lange überlegt ob ich nun 3,5 oder 4 Buchherzen vergebe, aber da mich das Ende dann doch überzeugt hat, wurden es knapp noch 4 Buchherzen.

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch und die Idee super, würde mir nen Nachfolger definitiv holen!

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  2. Huhu Ina,
    auch wenn ich ein paar Kritikpunkte hatte, würde ich die Folgebände auf jeden Fall lesen :)

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  3. Ach, Steffi.

    Deine Rezension ist wirklich grandios. Du kannst super mit Worten umgehen. Du hast meine Meinung zu dem Buch so genau wiedergespiegelt dass ich es schon fast gruselig finde! Ich finde echt keinen Punkt, wo wir uns UNEINIG sind! Melanie, Jared, Ian.. Das ist ja beängstigend.
    Du hast es sehr sehr genau auf den Punkt gebracht! Dass ist das einzige was ich dazu sagen kann :D

    Alles Liebe! :)

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    1. Wow, danke Sandra für dein tolles Lob!!! Das freut mich total! Ich bin mir beim Rezi schreiben meistens noch so unsicher, ob die auch wirklich gut geschrieben ist usw. Deshalb sind deine netten Worte echt beruhigend. :)

      Naja, ich hatte deine Rezi ja gelesen, und wusste schon dass wir zumindest ähnlicher Meinung sind (weil wir ja beide nicht die allgemeine Begeisterung zu dem Buch zu 100% nachvollziehen können und finden dass es sich teilweise gezogen hat), aber dass sie so genau überein stimmt, war mir nicht bewusst. :D

      lg, Steffi

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  4. Ich finde es immer schade,dass viele Leute Vorurteile gegen Stephenie Meyer haben. Oder viele sind auch wegen ihres Erfolges unglaublich Eifersuechtig.(Man darf Filme und Buecher nicht vergleichen wie bei Twilight). Es stimmt ueberhaupt nicht, dass ihre Buecher fuer Teenager's sind. Ich habe schon sehr viele Buecher gelesen und noch nie eine Geschichte, bei dem die Figuren derart lebendig sind. Die Geschichte entwickelt sich durch die Entscheidungen ihrer Figuren und Stephenie Meyer selber sagt,dass sie weiss wenn ihr Figur sich weigert, das zu tun was sie mit der vor hatte,wirklich lebendig ist. Es sollen mehrere Figuren in Seelen gegeben haben, die sie ueberrumpelt haben. Deshalb gibt es in Seelen keine unlogischen Stellen und due Geschichte wird dadutch umso realer.Auserdem finde ich es auch sehr eindrucksvoll wie sie die Gefuehle beschreiben kann. So dass man alles mit fuehlt und die Personen lieben mussdie, die protagonistin liebt. Eigentlich bin ich gar kein Science Fictionfan aber es lohnt sich!

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