Freitag, 14. Juni 2013

Rezension: Chroniken der Weltensucher 3: Der gläserne Fluch - Thomas Thiemeyer




Titel: Chroniken der Weltensucher - 
Der gläserne Fluch
Autor: Thomas Thiemeyer
  Seiten: 480  

Verlag: Loewe
Preis: 17, 90 Euro 
 Ersterscheinung: 06. 06. 2011
  Reihe: Teil 3 von 5

 


 Inhalt:
Im Jahr 1893 kehrt der Völkerkundler Richard Bellheim sehr verändert von seiner Reise nach Afrika zurück. Er ist vergesslich, erkennt alte Bekannte nicht mehr und wirkt auch sonst völlig wesensverändert. Auf der Silvesterfeier der Bellheims spitzen sich die Ereignisse immer mehr zu, bis  die Lage eskaliert. Daraufhin macht sich der Forscher Carl Friedrich von Humboldt zusammen mit seinen Gefährten Oskar, Charlotte, Eliza und der Kiwidame Wilma auf den Weg zu dem geheimen Tempel in Afrika, von dem Bellheim in seinem Tagebuch berichtet hat. Auf ihrer Reise erleben die Abenteurer einige gefährliche Situationen, bis sie schließlich die verbotene Stadt, dessen Zentrum der Tempel des gläsernen Fluchs darstellt, entdecken. Doch damit ist die Gefahr noch nicht gebannt, denn ein anderer Forscher will den gläsernen Fluch für sich haben und ist bereit dafür über Leichen zu gehen. Und als würde das noch nicht reichen sagt eine alte Prophezeiung des einheimischen Volkes den Untergang der Welt voraus.  

Meinung:
Bei „der gläserne Fluch“ handelt es sich zwar um den dritten Teil einer Reihe, jedoch habe ich die Vorgängerbände nicht gelesen. Und das ist auch nicht wirklich nötig, da man in kurzen Rückblenden das Wichtigste über die jeweiligen Protagonisten erfährt. Dementsprechend kann ich zwar nichts zu der oft gelobten Charakterentwicklung der Figuren im Verlauf der Reihe sagen, aber dennoch fand ich die Protagnisten gut gelungen.  Sie sind gut und glaubhaft dargestellt, sympathisch und einfach richtige Abenteurer, wie man sie sich immer vorstellt.

Carl Friedrich von Humboldt ist Forscher mit Leib und Seele. Er verfügt über großes Wissen und geht gern Geheimnissen auf die Spur. Dabei bekommt er Unterstützung von seinem adoptierten Sohn Oskar, der vorher ein Straßenjunge war und ziemlich clever ist. Außerdem ist das noch Charlotte, die Tochter von Humboldts Schwester, sowie Eliza, eine farbige Frau mit besonderen Kräften, die sie auf einer ihrer vorherigen Reisen kennen und lieben gelernt haben. Und noch ein besonderes Expeditionsmitglied ist die Kiwidame Wilma, die mithilfe einer bestimmten Apparatur sogar ein paar Wörter sprechen kann und mit ihrer lustigen Art für so manchen Schmunzler sorgt.

Die Geschichte ist für Jugendliche im Alter von 12 – 15 Jahren geschrieben und das merkt man dem Schreibstil und der Handlung auch öfters an. Jedoch ist dies kein Hindernis auch ältere Semester zu fesseln. Das liegt vor allem daran, dass der Autor eine gute Mischung aus Abenteuer, Spannung, gut dosierten historischen Hintergründen und einem kleinen Anteil Fantasy findet. Dabei ist der Plot zwar teilweise etwas vorhersehbar und etwas zu offensichtlich in gut und böser unterteilt, aber in sich stimmig aufgebaut und größtenteils überzeugend beschrieben. Aber vor allem gegen Anfang fand ich die verwendeten Fachbegriffe (wie z. B. beim Fechten) eher unnötig und etwas störend, da ich als Erwachsene nicht mal wusste, was genau nun eine „Sforza“ im Unterschied zu einer „Cavation“  oder einer „Fléche“ ist. Jedoch verzichtet der Autor im Laufe des Romans darauf.

Doch der Schreibweise des Autors hat auch eine Besonderheit, er lässt die Fantasie des Lesers erblühen. Die Schauplätze entstehen dabei deutlich vor den Augen des Lesers und man hat manchmal sogar das Gefühl mitten drin zu sein. Genauso wie man es sich bei einem richtigen Abenteuerroman wünscht. Außerdem macht es wirklich Spaß mehr über die historischen und geografischen Hintergründe zu lesen, ohne dass es langweilig oder öde wirkt. 

Fazit:
Ein spannender Abenteuerroman, der nicht nur für die empfohlene Altersgruppe lesenswert ist. Zwar hatte ich einige kleinere Kritikpunkte, jedoch kann die Mischung aus Abenteuer, Spannung, gut dosierten historischen Hintergründen  und einem kleinen Anteil Fantasy überzeugend unterhalten. Am Ende gibt’s gute 3,5 Buchherzen und eine Leseempfehlung für alle, die gerne Abenteuerromane lesen.

Infos zum Autor: (Quelle: Amazon)
Thomas Thiemeyer, geboren 1963, studierte Geografie und Geologie in Köln und arbeitete zunächst als Illustrator. Später widmete er sich mehr und mehr dem Schreiben. 2004 erschien bei Knaur mit großem Erfolg sein Debütroman "Medusa". Weitere Thriller und Jugendbücher folgten, für die er auch schon viele Preise und Auszeichnungen erhalten hat.
Seine Werke wurden zu Bestsellern und in 12 Sprachen übersetzt.
Der Autor lebt und arbeitet in Stuttgart.

Infos zur Reihe Chroniken der Weltensucher (Titel sind zu Amazon verlinkt):
3. Der gläserner Fluch
5. Das Gesetz des Chronos (erscheint am 17. Juni 2013)

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