Montag, 16. September 2013

*Rezension* Kaltfront - Manfred Koch


Titel: Kaltfront
Autor: Manfred Koch
ISBN: 978-3854853237
Seiten: 336
Verlag: Molden
Ersterscheinung: 07. August 2013
Preis: 19,95 €  Gebunden

Kurzbeschreibung
Eine junge Frau liegt nach einem Selbstmordversuch im künstlichen Tiefschlaf. Ihr Mann, ein erfolgloser Maler, glaubt den Grund für diese Verzweiflungstat zu kennen: eine viele Jahre zurückliegende Vergewaltigung. Jetzt bedrängt er seinen Bruder, ihm zu helfen, den unbekannten Täter zu finden, um sich an ihm zu rächen. Es ist nicht die erste Verschwörungstheorie, in der er sich verheddert ... Doch der Bruder weigert sich. Er hat genug andere Probleme am Hals: In der Ehe mit seiner Frau läuft einiges ebenso schief wie in der Kunstgalerie, die er mit ihr gemeinsam (und vom Geld ihres Vaters) betreibt. Eine frühere, totgeglaubte Freundin taucht auf rätselhafte Weise wieder auf, ein seltsamer Mann mischt sich in sein Leben ein. Doch sein Bruder lässt nicht locker, allmählich verflechten sich die dramatischen Handlungen und ein Plan wird sichtbar. Aber wer ist der Mastermind?

Meinung
Ersten Mal muß ich sagen, das „Kaltfront“ für mich kein typscher Psychothriller ist, sondern eher ein Drama, denn es geht darum, das zwei Brüder viele Schicksalsschläge hinnehmen und verarbeiten müssen. Dies gelingt einem mehr, dem anderen weniger. Das ganze Buch erzählt von Liebe, Hass, Intrigen, Lügen und dem Tod.

Ich bin etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite hat mir „Kaltfront“ gut gefallen, aber auf der anderen Seite war er mir zu lasch, teilweise unverständlich und eine wirklichen Spannungsaufbau gab es nicht. Vielleicht konnte ich mich ja nicht genug in die Personen hineinversetzen, die der Autor jedoch sehr authentisch und real dargestellt hat. Mir war auch das Schicki-Micki-Gehabe viel zu anstrengend und zu überschwänglich. Alle sind neidisch und wollen immer mehr.

Als der ältere Bruder Markus dann nach Jahren Krebs bekommt, steigen seine Zweifel an seinem früheren Leben enorm an. Er bekommt Gewissensbisse, lüftet Geheimnisse und schreibt alles auf seinem Laptop bis ins kleinste Detail auf.

Zeitgleich im Krankenhaus erhält er eine Psychologin, welche mit der Zeit durch die Erzählungen von Markus herausfindet, das sie eigentlich in diesem Fall mit involviert ist. Sie legt ihre Psychologiekenntnisse ab, entwickelt Hassgefühle und schmiedet Pläne, Markus zu vernichten. Diese Einschübe, meistens am Ende eines Kapitels wurden in einer anderen Schrift gehalten, damit man nicht durcheinanderkommt. Mich haben diese Sprünge auch wirklich nicht verwirrt und ich konnte mir alles gut vorstellen.

Der Schreibstil hat nichts spannendes, ist aber flüssig und leicht. Manko für mich war leider zu kleine Schrift. Dadurch zogen sich manche Seite einfach in die Länge. Am Schluß wird alles aufgedeckt und manchmal siegt halt die Gerechtigkeit Gottes doch.

Cover
Das Cover wurde ziemlich ganz in weiß gehalten. In der rechten unteren Ecke liegt ein toter Vogel im Schnee, welcher im Buch auch vorkommt. Kein besonderes Cover, das ich mir wahrscheinlich nicht selbst gekauft hätte.

Fazit
„Kaltfront“ war für mich ein Drama, mit wenig Spannung und es fehlte einfach das gewisse Extra, um als Psychothriller durchzugehen. Trotzdem hat mir dieses Buch einige gute Lesestunden bereitet und ich vergebe ihm 3 von 5 Buchherzen und eine Leseempfehlung.

 

Vielen Dank an den Literaturtest.de und dem Molden Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplares.

Infos zum Autor: (Quelle Molden Verlag)
MANFRED KOCH wurde 1950 in Graz geboren und lebt seit 1971 in Salzburg. Er war Werbetexter, Dramaturg und Regieassistent und ist seit 1980 freier Schriftsteller. Bekannt wurde er u. a. mit seiner satirischen Kolumne „Eingekocht“ in den „Salzburger Nachrichten“ und als Mitbegründer und Textautor des Salzburger Affronttheaters (ARD/ORF/SRGKabarettpreis „Salzburger Stier“ 1995). Neben Arbeiten für TV, Hörfunk und Theater schrieb Manfred Koch mehrere Bücher. 2011 erschien im Molden-Verlag sein Psychokrimi „Hexenspiel“.

1 Kommentar:

  1. Neben den gesellschaftskritischen Betrachtungen der Salzburger Upperclass tun sich menschlichen Abgründen auf, die den Leser erschaudern lassen, ob nun Psychothriller oder nicht. Der Roman ist sicherlich keine leichte Lektüre, aber am Ende doch zu empfehlen.

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