Mittwoch, 4. Dezember 2013

Rezension: Manche Mädchen müssen sterben - Jessica Warman





Titel: Manche Mädchen müssen sterben
 Autorin: Jessica Warman
  Seiten: 416    
Verlag: Penhaligon
Preis: TB 14,99 € 

Ersterscheinung: 09. 01. 2012  
Reihe: Nein 
 






Kurzbeschreibung:
Ihr 18. Geburtstag sollte der Anfang von etwas Neuem sein. Doch er war das Ende von allem…
Nach einer durchfeierten Nacht auf der Jacht ihrer Eltern wird Liz Valchar von einem merkwürdigen Geräusch geweckt. Irgendetwas schlägt beständig gegen die äußere Bootshülle. Liz entdeckt eine Gestalt im Wasser ... und erkennt voller Entsetzen, dass sie auf ihren eigenen leblosen Körper hinabblickt. Und obwohl Liz nun tot ist, ist sie immer noch da – auch wenn niemand sie mehr sehen kann. Während die junge Frau zu verstehen versucht, warum sie sterben musste, wird ihr allmählich klar, dass ihr ganzes Leben eine Lüge war. All jene, die sie geliebt hat, verbargen dunkle Geheimnisse vor ihr. Doch auch Liz selbst war nicht so perfekt, wie sie stets glauben wollte. Und längst nicht so unschuldig …

Meinung:
Auch bei diesem Buch hat mich der Klappentext sofort gefesselt und extrem neugierig auf die Geheimnisse hinter Liz´s Leben und ihren Tod gemacht. Dabei war zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal ersichtlich, dass die Geheimnisse so tief gehen, wie es Ende wirklich der Fall war. Neben Liz gibt es nämlich noch einen Toten, Alex, der ein Jahr zuvor durch einen Unfall mit Fahrerflucht gestorben ist und der Liz eigentlich überhaupt nicht leiden kann und doch zusammen mit ihr die Umstände seines und ihres Todes aufdecken  will / muss. 

Liz kann sich an kaum etwas aus ihrem Leben erinnern und schon gar nicht daran, wie sie gestorben ist. Durch Erinnerungsrückblenden und die Beobachtung ihrer trauernden Freunde und Familienmitglieder erhält man immer neue Puzzlestücke, die am Ende dann ein ganzes Bild ergeben und alle offenen Fragen beantworten. Auch aus Alex´s Leben gibt es einige Rückblenden, die auch sehr interessant und anregend gestaltet wurden. 

Das Buch ist einfach und flüssig zu lesen, aber dennoch emotional und vor allem pychologisch-analysierend geschrieben. Die Geschichte lässt sich zwar deshalb zwischenzeitlich immer mal etwas viel Zeit und kann das Spannungslevel nicht konstant hoch halten, aber dafür gibt es viele Erkenntnisse und Wendungen, die zwar für mich, manchmal schon etwas früh erkennbar waren, aber dennoch der Geschichte eine gewisse tiefe verleihen. Während es am Anfang eigentlich nur um die Frage geht, wie Liz gestorben ist und wieso sie noch „hier“ ist, erhält man im Verlauf der Handlung Einblicke in ihr Leben und die ganzen Sachen, die darin eigentlich Falsch liefen und dafür gesorgt haben, dass Liz so wurde, wie sie war. 

Denn Liz war in ihrem Leben ein sehr beliebtes, eingebildetes und oberflächliches reiches Mädchen. Dennoch ist es nicht so einfach, sie dadurch abzustempeln, da mit der Zeit viele Gründe offensichtlich werden, die zu dieser Entwicklung geführt haben und sie mit der Zeit immer sympathischer werden lassen. Alex war in seinem Leben das genaue Gegenteil von Liz. Er war arm, unbeliebt, hatte keine Freunde und musste auch schon mal unter den Gemeinheiten von Liz´s Clique leiden. Beide lernt man im Verlauf der Geschichte besser kennen und vor allem Liz durchläuft eine glaubhafte und gelungene Entwicklung. Die Nebencharaktere sind zwar vorhanden, bleiben aber teilweise etwas blass. Nur Liz´s Freund und Drogendealer Richie nimmt noch eine stabile Position in der Geschichte ein.

Auch wenn ich den Plot ganz interessant finde und in der Endbetrachtung auch gut unterhalten wurde, haben mich doch auch einige Kleinigkeiten im Verlauf der Geschichte gestört. So spricht zum Beispiel Liz immer davon, dass Richie ihre wahre Liebe war. Das war am Anfang ja noch ganz ok, aber nachdem ich es zum 10. Mal gelesen habe, hat es mich nur noch genervt. Oder auch die Tatsache, dass einige Wendungen und das Ende für den Leser doch teilweise schon ziemlich früh offensichtlich werden, ist etwas schade. 

Fazit:
„Manche Mädchen müssen sterben“ ist ein Jugendthriller, der sich zwar teilweise etwas langsam, aber trotzdem immer interessant und vor allem tiefgründig entwickelt. Auch wenn man das Ende schon vorher erraten kann, ist es dennoch spannend den Weg und die Entwicklungen der Charaktere zu verfolgen und durch viele kleinere und unerwartete Infos am Ende ein stimmiges und zufriedenstellendes Gesamtbild zu erhalten. Solide 3,5 Buchherzen, für einen Roman der trotz kleinerer Schwächen in der Umsetzung gut unterhalten kann und wirklich lesenswert ist. 

Herzlichen Dank an den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung dieses Leseexemplars.

Infos zur Autorin (Quelle: randomhouse.de):
Jessica Warman hat in den USA bereits zwei Romane für junge Leser veröffentlicht, die bei den Kritikern und Lesern auf einhellige Begeisterung stießen. Mit "Manche Mädchen müssen sterben" ist Jessica Warman nun etwas so Seltenes wie Kostbares gelungen: eine unwiderstehliche Grenzverwischung zwischen spannender Unterhaltung und anspruchsvoller All-Age-Literatur. Die Autorin lebt in Pittsburgh, Pennsylvania.

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