Dienstag, 30. Juli 2013

Rezension: Tanz, Püppchen, tanz - Joy Fielding




Titel: Tanz, Püppchen, tanz
Autorin: Joy Fielding 
Seiten: 448
Verlag: Goldman
 Preis: 9, 95 €
Ersterscheinung: 03. 08. 05
  Reihe: Nein





Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon):
Amanda Travis lebt in Florida, sie ist erfüllt von ihrem Beruf als Anwältin, und die Männer können ihr nur schwer widerstehen. Doch hinter der glänzenden Fassade verbergen sich Dinge, über die Amanda nur ungern spricht: Sie hat zwei gescheiterte Ehen hinter sich, und seit sie ihre Heimatstadt Toronto vor vielen Jahren verlassen hat, besteht kein Kontakt mehr zu ihrer Mutter Gwen, unter der sie schon als Kind gelitten hat. Eines Tages tritt ihre Mutter aber mit Macht in ihr Leben zurück, denn Amanda erhält einen schockierenden Anruf aus Toronto: Gwen hat aus heiterem Himmel in der Lobby eines Luxushotels einen Mann erschossen und verweigert jede Aussage zu der Tat. Amanda reist nach Toronto, um herauszufinden, welches Geheimnis ihre Mutter so eisern hütet. Doch damit berührt sie weit zurückliegende Ereignisse in ihrem eigenen Leben, die sie ins Dunkel des Vergessens gedrängt hatte – und sie spürt, dass sie den bedrohlichen Schatten ihrer Kindheit nicht länger entkommen kann …

Meinung:
Joy Fielding ist ja unter Krimi / Thriller – Lesern ein bekannter Name, und nun habe auch ich endlich mein erstes Buch von ihr gelesen. Und obwohl die Handlung wirklich sehr spannend und zumindest in der Hauptgeschichte unvorhersehbar war, muss ich doch sagen, das "Tanz, Püppchen tanz" für alle, die einen atemberaubenden und gefährlichen Thriller erwarten, wohl eher etwas lasch sein dürfte. 

Doch mir persönlich hat er eigentlich ganz gut gefallen, da er sich hauptsächlich mit psychologischen Hintergründen und Vergangenheitsforschung beschäftigt, ein Thema, dass ich eigentlich zumeist ganz interessant finde. Auch wenn eine konstante Grundspannung ständig vorhanden ist, nimmt der Roman spätestens im letzten Drittel so deutlich an Fahrt auf, dass man das Buch dabei kaum noch aus der Hand legen kann und man ein Aha-Erlebnis nach dem anderen hat.  Denn Fr. Fielding wartet mit einer verblüffenden Erkenntnis nach der anderen auf und bringt die Geschichte damit zu einem gelungenen, logischem und glaubhaftem Ende. Nur die Liebesgeschichte zwischen Amanda und ihrem Ex-Mann Ben ist schon von Beginn an ziemlich vorhersehbar und bleibt dies auch. 

Amanda ist erst 28 Jahre alt, war aber bereits zweimal verheiratet und ist auf den ersten Blick eine eiskalte Anwältin und ziemlich unsympathisch. Aber dennoch merkt man schnell, dass ihre Kindheit für ihr hartes Wesen verantwortlich ist. Im Laufe des Romans werden die Andeutungen dazu immer deutlicher und am Ende kann man sich wirklich vorstellen, was Amanda als Kind durchmachen musste und auch verstehen, wieso sie so geworden ist. Außerdem kommen ihr mit der Zeit selbst Zweifel und irgendwie habe ich die meiste Zeit eher Mitleid und Verständnis, als Ablehnung empfunden.

Ihre Mutter Gwen ist ein sehr undurchsichtiger Charakter. Sie hat diesen Mann erschossen, streitet aber einen möglichen Grund dafür ab und ist sehr verschlossen. Außerdem lernt der Leser sie in Amandas Rückblenden als schlechte und aggressive Mutter kennen, etwas, was aber nicht so ganz mit dem akutellen Bild übereinstimmen will.   

Der Schreibstil der Autorin ist mir vom Prinzip her zuerst eigentlich eher negativ ins Auge gefallen, da die Geschichte in der Gegenwart erzählt wird und ich damit meistens eher meine Probleme habe. Außerdem werden oft und unwillkürlich Gedankenfetzen von Amanda eingeschoben, die manchmal etwas verwirrend oder auch teilweise durch ihre mehrfache Widerholung etwas nervig sind. Dennoch wurde ich so von der Frage nach den Hintergründen gefesselt, dass mir das mit der Zeit kaum noch aufgefallen ist und die Seiten förmlich dahingeflogen sind. 

Fazit:
„Tanz, Püppchen, tanz“ ist ein spannender Roman, der zwar von Beginn an gut lesbar ist, aber erst im letzten Drittel so richtig Fahrt aufnimmt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt fällt es schwer, das Buch nochmal aus der Hand zu legen und alle vorherigen Kritikpunkte verlieren dabei zusehens an Bedeutung. Ich wurde gut unterhalten, weshalb ich 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle vergebe, die gerne auch etwas ruhigere und psychologische Thriller lesen. 


Infos zur Autorin (Quelle: Amazon):
Joy Fielding wurde am 18. März 1945 in Kanada geboren. Unbestritten gehört Joy Fielding zu den absoluten Spitzenautorinnen für Spannungsliteratur. Sie macht beruflich einige Umwege, bevor sie mit ihrer eigentlichen Passion, dem Schreiben, Erfolg hat. Schon als Achtjährige beginnt sie, als Zwölfjährige fließt das erste Blut aus ihrer Feder - bei einem Drehbuch über Muttermord. Nach dem Literaturstudium strebt sie aber zunächst danach, Hollywood zu erobern: als Schauspielerin. Der Sprung nach Hollywood gelingt ihr nicht, dafür aber der in die internationalen Bestsellerlisten. Bis heute verkauften sich ihre Romane allein im deutschsprachigen Raum über 13 Millionen Mal. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida.

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